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14. Juli 2026
Aktualisiert am 16. Juli 2026

Wie viel Zeit kostet die Organisation von Berufskleidung tatsächlich? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Denn ob Größenwechsel, Nachbestellungen oder Reklamationen: Der Aufwand hängt von der Betriebsgröße und den internen Abläufen ab. Die folgende Beispielrechnung zeigt anhand von drei Betriebsgrößen, wie sich die benötigten Stunden entwickeln können. Sie soll keine exakten Werte liefern, sondern eine Orientierung, mit der Sie die Situation im eigenen Betrieb besser einschätzen können.
Wenn über Berufskleidung gesprochen wird, stehen oft Preise im Mittelpunkt. Im Alltag vieler Handwerks- und Industriebetriebe stellt sich jedoch zunächst eine andere Frage:
Neue Mitarbeitende benötigen die passende Ausstattung, beschädigte Kleidung muss ersetzt werden und gelegentlich stimmen Bestellungen oder Größen nicht. Jede einzelne Aufgabe wirkt überschaubar. Erst in der Summe wird sichtbar, wie viel Aufwand tatsächlich dahintersteckt.
Die KfW Research beziffert den bürokratischen Aufwand im Mittelstand auf rund 32 Stunden pro Monat und Unternehmen beziehungsweise rund sieben Prozent der Arbeitszeit (vgl. KfW Research, 2025). Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die Stunden – noch bevor über Kosten gesprochen wird.
Die Beispielrechnung betrachtet typische Tätigkeiten rund um die Verwaltung von Berufskleidung:
Beschaffung und Ausgabe
Größenwechsel und Bestandspflege
Reklamationen
Neueinstellungen
Saisonwechsel zwischen Sommer- und Winterkleidung
Nicht berücksichtigt werden Einmalprojekte oder die eigentliche Reinigung der Kleidung. Die Zahlen dienen ausschließlich als Orientierung und sollen eine Größenordnung verdeutlichen.
Die folgenden Werte basieren auf einer transparenten Beispielrechnung. Grundlage sind typische Vorgänge, die in vielen Betrieben regelmäßig auftreten. Die Werte sind keine Messung und kein Mewa-interner Durchschnitt, sondern illustrative Annahmen.
Aufgabenbereich | 20 Mitarbeitende | 50 Mitarbeitende | 150 Mitarbeitende |
|---|---|---|---|
Beschaffung & Ausgabe | ca. 2 Stunden | ca. 4 Stunden | ca.10 Stunden |
Größen- & Bestandspflege | ca. 2 Stunden | ca. 5 Stunden | ca. 12 Stunden |
Reklamationen | ca. 1 Stunde | ca. 3 Stunden | ca. 8 Stunden |
Saisonwechsel & Neueinstellungen | ca. 2 Stunden | ca. 4 Stunden | ca. 10 Stunden |
Summe pro Monat | ca. 7 Stunden | ca. 16 Stunden | ca. 40 Stunden |
Schon die Beispielwerte zeigen: Nicht die Anzahl der Kleidungsstücke ist entscheidend, sondern die Zahl der Vorgänge, die damit verbunden sind.
In kleineren Betrieben werden viele dieser Aufgaben oft nebenbei erledigt. Mit steigender Mitarbeiterzahl wächst jedoch die Anzahl der Größenwechsel, Nachbestellungen und organisatorischen Abstimmungen.
Besonders in Produktionsbetrieben, Werkstätten oder auf Baustellen entstehen dadurch regelmäßig zusätzliche Arbeitsschritte, die in keiner Auftragskalkulation auftauchen, aber dennoch Zeit binden. Die Beispielrechnung zeigt deshalb weniger den Aufwand für die Kleidung selbst als den Aufwand für die Organisation dahinter.
Wer die Stunden auf eine grobe Kostenbetrachtung übertragen möchte, kann die durchschnittlichen Arbeitskosten als Orientierung nutzen. Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Arbeitsstunde 2024 in Deutschland durchschnittlich 43,40 Euro, bei Marktdienstleistungen 42,10 Euro (Destatis, Pressemitteilung Nr. 154/2025).
Wichtiger als die Euro-Betrachtung ist jedoch die Frage: Wer übernimmt diese Aufgaben im Betrieb – und welche anderen Tätigkeiten bleiben dafür liegen?
Die Beispielrechnung erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie bewegt sich jedoch in einer Größenordnung, die auch durch aktuelle Studien gestützt wird.
Laut KfW Research entsprechen bürokratische Aufgaben rund 3,9 Prozent der jährlichen Personalkosten im Mittelstand. Das IW Köln kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Führungskräfte rund einen Arbeitstag pro Woche mit Berichts- und Dokumentationspflichten verbringen.
Berufskleidung macht dabei nur einen Teil der organisatorischen Aufgaben aus – sie zeigt jedoch exemplarisch, wie viele kleine Tätigkeiten sich über einen Monat hinweg summieren können.
1. Berufskleidung verursacht nicht nur Kosten, sondern vor allem organisatorischen Aufwand
Die eigentliche Herausforderung liegt häufig nicht in den Kleidungsstücken selbst, sondern in den vielen kleinen Aufgaben rundherum.
2. Mit der Betriebsgröße wächst vor allem die Zahl der Vorgänge
Je mehr Mitarbeitende ausgestattet werden müssen, desto häufiger entstehen Größenwechsel, Nachbestellungen und Reklamationen.
3. Wer vergleichen möchte, sollte zuerst auf die Stunden schauen
Preise lassen sich leicht vergleichen. Wie viel Zeit im Betrieb gebunden wird, zeigt sich oft erst auf den zweiten Blick.
Die Werte in dieser Beispielrechnung sollen vor allem eines zeigen: Der tatsächliche Aufwand rund um Berufskleidung wird oft erst sichtbar, wenn die einzelnen Aufgaben zusammengezählt werden.
Ob die Werte in Ihrem Betrieb höher oder niedriger ausfallen, spielt dabei zunächst eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Zeit für Größenwechsel, Nachbestellungen, Reklamationen oder Bestandskontrollen aufgewendet wird. Denn erst wenn diese Stunden sichtbar werden, lässt sich fundiert entscheiden, welche Aufgaben im eigenen Betrieb bleiben sollen und wo es Möglichkeiten zur Entlastung gibt.
Wenn Sie das Thema weiter vertiefen möchten, finden Sie hier weitere Beiträge aus der Reihe:
Die Tabellenwerte basieren auf einer offenen Beispielrechnung (Aufgabe × Häufigkeit × Zeitbedarf) und dienen ausschließlich zur Veranschaulichung. Sie stellen keine repräsentative Erhebung und kein Mewa-internes Messergebnis dar. Jeder Betrieb sollte die Werte anhand seiner eigenen Abläufe überprüfen.
KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 495 (2025-04-25): „Sieben Prozent der Arbeitszeit im Mittelstand für bürokratische Prozesse", Autor Dr. Michael Schwartz; verfügbar unter: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2025/Fokus-Nr.-495-April-2025-Buerokratie.pdf
IW Köln Kurzbericht Nr. 94/2025 (2025-11-17): „Ein Tag pro Woche für Bürokratie"; verfügbar unter: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2025/IW-Kurzbericht_2025-Bürokratie.pdf
Destatis Pressemitteilung Nr. 154/2025, Statistisches Bundesamt: „Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2024 durchschnittlich 43,40 Euro“; verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_154_624.html