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9. Juli 2026
Aktualisiert am 16. Juli 2026

Berufskleidung muss bestellt, ausgegeben, nachbestellt und im Blick behalten werden. Die Frage ist: Wer kümmert sich darum? Je nachdem, wie die Versorgung organisiert ist, bleibt mehr oder weniger Aufwand im eigenen Betrieb. Grundsätzlich gibt es dafür drei Wege: Sie organisieren die Berufskleidung selbst, teilen sich die Aufgaben mit einem externen Dienstleister oder nutzen einen Mietservice. Jede Variante hat ihre eigenen Stärken und Schwächen.
Wenn über Berufskleidung gesprochen wird, geht es oft zuerst um Preise. Im Alltag vieler Handwerks- und Industriebetriebe spielt jedoch noch eine andere Frage eine Rolle:
Neue Mitarbeitende brauchen die passende Größe, beschädigte Kleidung muss ersetzt werden, Lieferungen werden kontrolliert und Bestände überprüft. Diese Aufgaben fallen unabhängig davon an, für welches Modell Sie sich entscheiden. Der Unterschied liegt darin, wer sie übernimmt.
Die KfW Research beziffert den bürokratischen Aufwand im Mittelstand auf rund 32 Stunden pro Monat und Unternehmen (vgl. KfW Research 2025). Ein Teil dieser Zeit entfällt auch auf die vielen kleinen Organisationsaufgaben, die rund um die Berufskleidung entstehen.
Bei der Selbstverwaltung bleibt das Thema Berufskleidung komplett im eigenen Betrieb. Sie beschaffen die Kleidung, organisieren die Ausgabe, kümmern sich um Nachbestellungen und behalten die Bestände im Blick.
Vorteile
· volle Kontrolle über Kleidung und Bestände
· schnelle Entscheidungen ohne externe Abstimmung
· hohe Flexibilität bei individuellen Anforderungen
Nachteile
· der gesamte Aufwand bleibt im Betrieb
· Größenwechsel, Neueintritte und Reklamationen müssen intern bearbeitet werden
· jemand muss regelmäßig prüfen, was vorhanden ist und was fehlt
Für wen passt dieses Modell?
Häufig für kleinere Handwerksbetriebe oder Unternehmen mit überschaubarem Kleiderbestand und wenigen personellen Veränderungen. Wenn selten neue Mitarbeitende hinzukommen und die Organisation gut funktioniert, lässt sich der Aufwand oft gut überblicken.
Bei einer hybriden Lösung verbleiben bestimmte Aufgaben im Betrieb, während andere ausgelagert werden. Häufig wird die Kleidung selbst beschafft, während Reinigung oder Instandhaltung von einem externen Dienstleister übernommen werden.
Vorteile
spürbare Entlastung bei einzelnen Aufgaben
wichtige Entscheidungen bleiben im eigenen Haus
flexible Aufteilung je nach Bedarf
Nachteile
Zuständigkeiten müssen klar geregelt werden
Abstimmungen kosten Zeit
bestimmte Aufgaben bleiben weiterhin intern
Für wen passt dieses Modell?
Für Betriebe, die bestimmte Aufgaben rund um die Berufskleidung reduzieren möchten, aber weiterhin selbst Einfluss auf Beschaffung, Ausgabe oder Bestände nehmen wollen. Gerade mittlere Betriebsgrößen entscheiden sich häufig für diesen Mittelweg.
Beim Mietservice übernimmt ein externer Anbieter die laufende Versorgung mit Berufskleidung. Je nach Anbieter gehören dazu beispielsweise die Bereitstellung der Kleidung, Pflege, Reparaturen oder Größenwechsel.
Vorteile
viele wiederkehrende Aufgaben werden übernommen
weniger Aufwand bei Nachbestellungen, Austausch oder Reparaturen
Abläufe lassen sich oft besser planen
Nachteile
laufende Servicekosten
Abstimmungen bleiben weiterhin erforderlich
Teile der Organisation liegen außerhalb des eigenen Betriebs
Für wen passt dieses Modell?
Häufig für Betriebe, in denen regelmäßig neue Mitarbeitende starten, Größen angepasst werden müssen oder viele Kleidungsstücke im Umlauf sind. Je größer und dynamischer der Betrieb, desto stärker fällt die mögliche Entlastung häufig ins Gewicht.
Wenn Sie die drei Modelle vergleichen möchten, lohnt sich ein einfacher Perspektivwechsel:
Fragen Sie nicht zuerst, was eine Jacke oder eine Hose kostet. Fragen Sie stattdessen:
Wer kümmert sich um neue Mitarbeitende?
Wer organisiert Nachbestellungen?
Wer bearbeitet Reklamationen?
Wer behält den Bestand im Blick?
Wer sorgt dafür, dass beschädigte Kleidung ersetzt wird?
Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, bleibt mehr oder weniger Aufwand im Betrieb.
Wer daraus eine grobe Kostenbetrachtung ableiten möchte, kann die eingesetzte Zeit mit den durchschnittlichen Arbeitskosten vergleichen. Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Arbeitsstunde 2024 durchschnittlich 43,40 Euro, bei Marktdienstleistungen 42,10 Euro (Destatis, Pressemitteilung Nr. 154/ 2025).
Wichtig dabei: Diese Werte liefern lediglich eine Orientierung. Wie viel Zeit und Aufwand tatsächlich entstehen, hängt immer vom einzelnen Betrieb ab.
Mewa ist ein Beispiel für den Weg über einen Mietservice. Dabei übernimmt der Dienstleister bestimmte wiederkehrende Aufgaben rund um die Berufskleidung, etwa Pflege, Austausch oder Instandhaltung. Gleichzeitig bleiben Abstimmungen bestehen – beispielsweise bei Neueinstellungen, Größenänderungen oder besonderen Anforderungen.
Wie stark sich dadurch der Aufwand im eigenen Betrieb verändert, hängt davon ab, wie viele Mitarbeitende ausgestattet werden müssen und wie häufig Änderungen auftreten.
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Manche Betriebe möchten alles selbst steuern und behalten deshalb die Organisation im Haus. Andere geben einzelne Aufgaben ab. Wieder andere entscheiden sich dafür, möglichst viele wiederkehrende Tätigkeiten rund um die Berufskleidung auszulagern, um interne Ressourcen zu entlasten.
Entscheidend ist weniger die Anzahl der Kleidungsstücke als die Frage, wie viel Zeit im Betriebsalltag dafür aufgewendet wird und wer diese Aufgaben übernimmt. Gerade bei regelmäßig anfallenden Tätigkeiten wie Nachbestellungen, Größenwechseln oder der Organisation von Ersatzkleidung lohnt sich oft ein genauer Blick darauf, wo Zeit gebunden wird und welche Aufgaben im eigenen Betrieb verbleiben sollen.
Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, lesen Sie auch:
KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 495 (2025-04-25): „Sieben Prozent der Arbeitszeit im Mittelstand für bürokratische Prozesse", Autor Dr. Michael Schwartz; verfügbar unter: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2025/Fokus-Nr.-495-April-2025-Buerokratie.pdf
Destatis Pressemitteilung Nr. 154/2025, Statistisches Bundesamt: „Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2024 durchschnittlich 43,40 Euro“; verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_154_624.html