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11. August 2026
Aktualisiert am 11. August 2026

Neben Gehalt, Arbeitszeiten und Teamkultur rückt für viele Bewerberinnen und Bewerber auch die Frage nach Werten stärker in den Fokus. Doch welche Rolle spielt dabei Arbeitskleidung – und kann sie tatsächlich ein Pluspunkt im Recruiting sein?
Klar ist: Faire Arbeitskleidung allein entscheidet keine Einstellung. Sie kann aber ein sichtbarer Baustein sein, wenn es darum geht, die eigene Haltung im Alltag glaubwürdig zu zeigen.
Dass Werte für viele Beschäftigte heute eine Rolle spielen, lässt sich belegen. Eine StepStone-Befragung aus 2023 zeigt, dass ein erheblicher Teil der Befragten gezielt auf nachhaltige Arbeitgeber achtet. Mehr als die Hälfte gab an, sich bei der Jobwahl daran zu orientieren, und ein großer Anteil würde sich eher bei entsprechenden Unternehmen bewerben (vgl. StepStone / HR Journal).
Gleichzeitig zeigt der Gallup Engagement Index Deutschland 2024 eine andere Entwicklung: Nur noch ein vergleichsweise kleiner Anteil der Beschäftigten ist emotional stark an seinen Arbeitgeber gebunden, und viele sind offen für einen Wechsel (vgl. Gallup).
Für viele Betriebe kommt damit eine zusätzliche Herausforderung hinzu: Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Neben Gehalt und Arbeitsbedingungen achten Bewerber zunehmend auch darauf, ob die Werte eines Unternehmens erkennbar und glaubwürdig vermittelt werden.
Arbeitskleidung kann dazu beitragen, dass Werte nicht nur auf der Karriereseite oder im Leitbild stehen, sondern auch im Arbeitsalltag sichtbar werden. Gerade in Handwerk und Industrie, wo Arbeitskleidung täglich getragen wird, entsteht so ein dauerhaft sichtbarer Berührungspunkt.
Was getragen wird, steht damit auch für die Frage: Passt das, was ein Unternehmen nach außen vertritt, zu dem, was im Alltag sichtbar wird?
Genau hier entsteht ihr Potenzial: Bewerber fragen im Vorstellungsgespräch selten direkt nach Fairtrade-Siegeln. Sie achten jedoch darauf, ob das Gesamtbild eines Arbeitgebers stimmig wirkt. Arbeitskleidung kann dazu beitragen, dass kommunizierte Werte auch im Arbeitsalltag sichtbar werden.
Wie Fairtrade konkret einzuordnen ist, haben wir im Beitrag „Was bedeutet das Fairtrade-Siegel auf Arbeitskleidung?“ ausführlich erklärt. Dort wird auch beschrieben, worauf sich das Siegel bezieht und wo seine Grenzen liegen.
Für das Recruiting bedeutet das vor allem: Faire Arbeitskleidung steht für nachvollziehbare soziale Standards in der Lieferkette, etwa bei Arbeitsbedingungen und Entlohnung (vgl. Fairtrade Deutschland). Damit liefert sie eine konkrete und überprüfbare Aussage, die Betriebe in ihr Arbeitgeberbild integrieren können, ohne auf allgemeine oder schwer belegbare Nachhaltigkeitsversprechen zurückzugreifen.
Gleichzeitig gilt: Ein direkter Einfluss auf Einstellungsentscheidungen ist nicht belegt. Arbeitskleidung allein ersetzt keine Faktoren wie Gehalt, Führung oder Arbeitsbedingungen im eigenen Unternehmen. Sie wirkt dort, wo das Gesamtbild stimmt, nicht isoliert für sich.
Damit faire Arbeitskleidung im Recruiting glaubwürdig wirkt, kommt es weniger auf das „Ob“ an als auf das „Wie“. Entscheidend ist vor allem die konkrete und nachvollziehbare Kommunikation.
Statt pauschaler Aussagen wie „nachhaltig“ sollten Betriebe klar benennen, was tatsächlich gilt: Beim Fairtrade-Baumwoll-Siegel zum Beispiel die Verwendung von Baumwolle aus einem Fairtrade-Zertifizierungssystem. Das ist nicht nur glaubwürdig, sondern auch rechtlich relevant: Aussagen müssen belegt und auf das konkrete Produkt bezogen sein (vgl. KPMG Law; BDO).
Darüber hinaus entfaltet faire Arbeitskleidung ihre Wirkung vor allem dann, wenn sie zu anderen Maßnahmen passt – etwa zu fairen Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb. Dann entsteht ein stimmiges Gesamtbild statt eines Einzelarguments.
Im Alltag wird Arbeitskleidung oft unterschätzt, wenn es um Arbeitgeberattraktivität geht. Dabei ist sie einer der wenigen Punkte, an denen sich Haltung kontinuierlich zeigt, ohne separate Maßnahme oder Kommunikation. Gerade deshalb kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein: nicht als zentrales Recruiting-Argument, sondern als Teil eines konsistenten Gesamtauftritts.
Ein Beispiel aus dem Mewa-Portfolio: Die Kollektion PEAK trägt das Fairtrade-Baumwoll-Siegel. Damit stehen Optionen im Textil-Service zur Verfügung, die sich nahtlos in bestehende Abläufe integrieren lassen und gleichzeitig eine nachvollziehbare Aussage zur Lieferkette ermöglichen.
Für Betriebe bedeutet das: Sichtbarkeit und Einordnung lassen sich verbinden – ohne zusätzlichen organisatorischen Aufwand.
Niemand entscheidet sich allein wegen der Arbeitskleidung für oder gegen einen Arbeitgeber. Doch Bewerber bewerten heute oft das Gesamtbild eines Betriebs. Faire Arbeitskleidung kann dazu beitragen, dass Aussagen über Verantwortung und Werte nicht nur auf der Karriereseite stehen, sondern auch im Arbeitsalltag sichtbar werden.
Faire Arbeitskleidung kann dazu beitragen,
Werte im Arbeitsalltag sichtbar zu machen,
Aussagen zu Verantwortung und Nachhaltigkeit glaubwürdig zu untermauern,
und ein stimmiges Arbeitgeberbild nach innen und außen zu vermitteln.
Ihr größter Wert liegt deshalb nicht im Siegel selbst, sondern darin, dass Haltung und Arbeitsalltag zusammenpassen.
Verbessert faire Arbeitskleidung direkt das Recruiting?
Ein direkter Effekt ist nicht belegt. Werte spielen für viele Bewerber eine Rolle, die Kleidung kann darauf einzahlen, entscheidet aber keine Einstellung allein (vgl. StepStone; Gallup).
Was bedeutet das Fairtrade-Siegel bei Arbeitskleidung konkret?
Die Einordnung haben wir im Beitrag „Was bedeutet das Fairtrade-Siegel auf Arbeitskleidung?“ ausführlich erläutert. Kurz gesagt: Beim Fairtrade-Baumwoll-Siegel bezieht sich die Aussage auf die verwendete Baumwolle bzw. den Baumwollgehalt des gekennzeichneten Produkts. (vgl. Fairtrade Deutschland).
Ist Fairtrade ein Umwelt- oder ein Sozialsiegel?
Fairtrade steht in erster Linie für soziale Standards in der Lieferkette. Es ist kein pauschaler Umwelt-Nachweis für das gesamte Produkt (vgl. Fairtrade Deutschland).
Reicht faire Arbeitskleidung als Nachhaltigkeitsmaßnahme?
Nein. Bewerber bewerten immer das Gesamtbild aus Arbeitsbedingungen, Führung, Bezahlung und sichtbarer Haltung.
Wie vermeide ich Greenwashing-Vorwürfe?
Indem Sie nur das kommunizieren, was konkret belegt ist – und Aussagen klar auf das jeweilige Produkt beziehen (vgl. KPMG Law; BDO).
StepStone / HR Journal (2023): Nachhaltigkeit bei der Jobwahl – Ergebnisse einer Befragung von über 1.000 Personen; verfügbar unter:
https://www.hrjournal.de/jobs-bei-nachhaltigen-unternehmen-bevorzugt/
Gallup (2024): Engagement Index Deutschland – Mitarbeiterbindung und Wechselbereitschaft; verfügbar unter:
https://www.gallup.com/de/472028/bericht-zum-engagement-index-deutschland.aspx
Fairtrade Deutschland (2026): Textilien und Baumwolle – soziale Standards in der Lieferkette; verfügbar unter:
https://www.fairtrade.net/de-de/produkte/fairtrade_produkte/Textilien.html
KPMG Law (2026): Anforderungen an Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel (EmpCo); verfügbar unter:
https://kpmg-law.de/die-empco-tritt-in-kraft-antworten-auf-die-wichtigsten-praxisfragen/
BDO (2026): EmpCo & UWG-Novelle – neue Anforderungen an Umwelt-Claims; verfügbar unter:
https://www.bdo.de/de-de/insights/aktuelles/assurance/empco-uwg-novelle-2026