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21. Juli 2026
Aktualisiert am 17. Juli 2026

Wenn Betriebe Berufskleidung vergleichen, landet häufig zuerst der Anschaffungspreis auf dem Tisch. Doch die eigentliche Frage lautet: Was kostet die Versorgung mit Berufskleidung über Jahre hinweg wirklich?
Neben Anschaffung oder Mietrate entstehen weitere Aufwände für Pflege, Verwaltung, Ersatzbeschaffung, Reklamationen und Personalwechsel. Wer diese Kosten berücksichtigt, erhält ein deutlich vollständigeres Bild und kann Leistungen fair miteinander vergleichen.
Ob Berufskleidung gemietet oder gekauft wird, entscheidet sich selten an einem einzelnen Preis. Trotzdem beginnt die Rechnung in vielen Betrieben genau dort: Der Kaufpreis einer Hose oder Jacke wird einer monatlichen Mietrate gegenübergestellt. Was dabei oft fehlt, sind die Kosten, die zwischen Anschaffung und Ausscheiden eines Kleidungsstücks entstehen. Denn Berufskleidung muss verwaltet, gepflegt, ersetzt und organisiert werden. Je mehr Mitarbeitende ausgestattet werden, desto mehr Zeit und Ressourcen fließen in diese Aufgaben.
Hinzu kommt: Die Kosten rund um die Versorgung steigen seit Jahren. Der Kostenindex Textilservice des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes erreichte im Januar 2026 einen Wert von 131,2 Punkten und liegt damit mehr als 31 Prozent über dem Niveau von 2021. Die Kosten für Personal, Energie und Betriebsmittel sind damit deutlich gestiegen, unabhängig davon, welchen Versorgungsweg ein Betrieb nutzt (vgl. DTV Deutscher Textilreinigungs-Verband, 2026).
Wenn eine neue Berufskleidung angeschafft wird, ist der Preis erst einmal eindeutig. Viele andere Kosten entstehen dagegen schrittweise über Jahre hinweg.
Dazu gehören zum Beispiel:
Pflege und Reinigung
Verwaltung und Bestandsführung
Größenwechsel
Reklamationen
Reparaturen
Ersatzbeschaffungen
Lagerhaltung
Aufwand bei Neueinstellungen oder Austritten
Jeder einzelne Punkt wirkt überschaubar. In der Summe entsteht jedoch ein Aufwand, der in vielen Kalkulationen nicht vollständig erfasst wird.
Hinzu kommt: Viele dieser Aufgaben werden im Betriebsalltag von unterschiedlichen Personen übernommen. Eine Nachbestellung erfolgt im Büro, ein Größenwechsel wird von der Werkstattleitung organisiert und eine Reklamation landet bei der Assistenz. Dadurch entstehen reale Kosten, die selten einer einzelnen Entscheidung für Berufskleidung zugerechnet werden. Genau deshalb wirken reine Stückpreisvergleiche häufig einfacher, als die Versorgung im Alltag tatsächlich ist.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus der Kleidung und nicht nur auf den Preis eines einzelnen Kleidungsstücks.
Grundsätzlich organisieren Betriebe ihre Berufskleidung auf drei verschiedene Arten.
Der Betrieb kauft die Kleidung selbst und organisiert Pflege, Ersatzbeschaffung und Verwaltung eigenständig.
volle Kontrolle
freie Anbieterwahl
keine langfristige Bindung
organisatorischer Aufwand bleibt im Betrieb
Pflege und Reparaturen müssen organisiert werden
Kosten verteilen sich auf viele einzelne Positionen
Bestimmte Aufgaben verbleiben im Betrieb, andere werden an externe Partner vergeben.
flexible Aufteilung der Aufgaben
teilweise Entlastung
weiterhin hoher Einfluss auf die Versorgung
Abstimmung zwischen mehreren Beteiligten
Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt werden
Ein Dienstleister übernimmt wiederkehrende Aufgaben rund um die Berufskleidung, beispielsweise Bereitstellung, Pflege oder Austausch.
viele laufende Aufgaben werden gebündelt
planbare Abläufe
geringerer Verwaltungsaufwand im Betrieb
laufende Vertragskosten
geringerer direkter Einfluss auf einzelne Prozesse
mögliche Abhängigkeit von Dienstleister und Vertragsmodell
Mewa ist dabei ein Beispiel für den Weg über einen Mietservice. Wie bei anderen Textil-Service-Modellen werden bestimmte Aufgaben rund um Versorgung, Pflege und Organisation gebündelt.
Welches Modell am besten passt, hängt von den Abläufen, der Betriebsgröße und den eigenen Ressourcen ab.
Egal ob Eigenkauf, Hybridmodell oder Mietservice: Die Kosten für die Versorgung mit Berufskleidung entstehen nicht im luftleeren Raum.
Der DTV-Kostenindex Textilservice lag im Januar 2026 bei 131,2 Punkten, der Teilindex Personalkosten bei 132,0 Punkten. Damit zeigt sich ein Trend, der die gesamte Branche betrifft. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten wirken sich auf alle Versorgungswege aus – nur an unterschiedlichen Stellen der Rechnung (vgl. DTV Deutscher Textilreinigungs-Verband, 2026).
Der Unterschied liegt deshalb häufig weniger darin, ob Kosten entstehen, sondern wo sie sichtbar werden und wer sie übernimmt.
Wenn Sie die Kosten für Berufskleidung realistisch bewerten möchten, lohnt sich eine einfache Vorgehensweise.
Berücksichtigen Sie dabei fünf Bereiche:
Wie viele Garnituren werden pro Mitarbeitendem benötigt? Wie häufig müssen Kleidungsstücke ersetzt werden?
Welche laufenden Kosten entstehen für Reinigung, Energie, Wasser oder externe Dienstleister?
Wie viel Zeit investieren Mitarbeitende in Größenwechsel, Nachbestellungen, Bestandsführung oder die Ausgabe von Kleidung?
ls Orientierung nennt das Statistische Bundesamt 43,40 Euro je geleisteter Arbeitsstunde für das Jahr 2024. Dieser Wert hilft dabei, den eigenen Zeitaufwand grob einzuordnen (vgl. Destatis, Pressemitteilung Nr. 154/ 2025).
Welche Kosten entstehen durch Verschleiß, Anpassungen oder fehlerhafte Lieferungen?
Welche Bestände werden vorgehalten? Welche Kosten entstehen, wenn Mitarbeitende ausscheiden oder neue Beschäftigte ausgestattet werden müssen?
Erst die Summe aller Bereiche zeigt, wie hoch die tatsächlichen Vollkosten über mehrere Jahre ausfallen können.
Eine ehrliche Kostenbetrachtung beginnt nicht beim Stückpreis, sondern bei allen Aufgaben, die rund um die Berufskleidung anfallen.
Drei Erkenntnisse sind dabei besonders wichtig:
Berufskleidung verursacht nicht nur Anschaffungskosten, sondern laufende Aufwände über den gesamten Lebenszyklus.
Verwaltungsaufwand, Pflege und Personalwechsel bleiben in vielen Kalkulationen unsichtbar, binden aber reale Ressourcen.
Ein fairer Vergleich zwischen Kaufen, Hybridmodell und Mietservice gelingt erst dann, wenn alle Kostenpositionen berücksichtigt werden.
Eine faire Entscheidung zwischen Eigenkauf, Hybridmodell und Mietservice beginnt nicht beim Preis einer Hose oder Jacke. Sie beginnt bei der Frage, welche Aufgaben über Jahre hinweg im eigenen Betrieb entstehen und wer sie übernimmt.
Denn in vielen Betrieben liegen die größten Unterschiede nicht beim Kleidungsstück selbst, sondern bei den Tätigkeiten rundherum: Pflege, Organisation, Ersatzbeschaffung, Reklamationen und Verwaltung. Erst wenn diese Positionen sichtbar werden, lässt sich die Wirtschaftlichkeit verschiedener Modelle realistisch vergleichen.
Die im Artikel beschriebene 10‑Jahres‑Rechnung dient als Orientierung für die eigene Vollkostenbetrachtung. Die tatsächlichen Kosten hängen von Betriebsgröße, Fluktuation, Kleidungsbedarf und internen Abläufen ab. Die genannten Zahlen stellen keine repräsentative Erhebung dar, sondern zeigen eine nachvollziehbare Methode zur Ermittlung der eigenen Gesamtkosten.
DTV Deutscher Textilreinigungs-Verband, Kostenindex Textilservice, Januar 2026; verfügbar unter: https://www.dtv-deutschland.org/Kostenindex.html
DTV Deutscher Textilreinigungs-Verband, Zahlen und Fakten Textilservice; verfügbar unter: https://www.dtv-deutschland.org/zahlen-und-fakten.html
Destatis Pressemitteilung Nr. 154/2025, Statistisches Bundesamt: „Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2024 durchschnittlich 43,40 Euro“; verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_154_624.html
KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 495 (2025-04-25): „Sieben Prozent der Arbeitszeit im Mittelstand für bürokratische Prozesse", Autor Dr. Michael Schwartz; verfügbar unter: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2025/Fokus-Nr.-495-April-2025-Buerokratie.pdf