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7. August 2026
Aktualisiert am 7. August 2026

Wer Berufskleidung einkauft, hat die Kosten meist schnell überschlagen. Die Anzahl der Mitarbeitenden, die benötigten Kleidungsstücke und die Anschaffungspreise ergeben eine erste Kalkulation. Im Betriebsalltag kommen jedoch weitere Aufwände hinzu, die in vielen Rechnungen nicht auftauchen. Einige davon entstehen schleichend über Jahre, andere fallen immer wieder nebenbei an. Die folgenden sieben Positionen zeigen, warum die tatsächlichen Kosten von Berufskleidung häufig höher sind als der reine Einkaufspreis vermuten lässt.
Die Kleidung ist gekauft. Sauber wird sie davon allerdings nicht. Ob in der eigenen Waschmaschine, einer betrieblichen Wäscherei oder über externe Dienstleister: Berufskleidung muss regelmäßig gereinigt werden. Dabei entstehen laufende Kosten für Wasser, Energie und Waschmittel.
Dass diese Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, zeigt auch der Kostenindex Textilservice des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV). Er lag im Januar 2026 bei 131,2 Punkten und damit mehr als 31 Prozent über dem Niveau von 2021 (vgl. DTV, 2026).
Regenjacken, Softshells oder Arbeitsjacken sollen über Jahre hinweg ihre Eigenschaften behalten. Im Alltag passiert jedoch häufig etwas anderes: Die Kleidung wird zwar gewaschen, aber nicht immer so gepflegt, wie es der Hersteller vorsieht. Nach einiger Zeit hält die Jacke Regen schlechter ab, zeigt stärkere Gebrauchsspuren oder verliert Eigenschaften, die für den vorgesehenen Einsatz im Arbeitsalltag wichtig sind.
Dann kann früher als geplant eine Ersatzbeschaffung notwendig werden. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass die Kleidung nicht mehr den Komfort, die Schutzwirkung oder Funktion bietet, die Mitarbeitende im täglichen Einsatz erwarten.
Ein neuer Mitarbeitender startet am Montag. Die passende Größe wird möglichst sofort benötigt. Deshalb halten viele Betriebe zusätzliche Größen und Ersatzteile auf Lager. Jacken, Hosen und Westen liegen bereit, damit bei Neueinstellungen oder Größenwechseln schnell reagiert werden kann.
Gerade in Handwerks- und Industriebetrieben bleiben deshalb häufig mehrere Größen pro Kleidungsstück auf Lager. Nicht weil sie aktuell benötigt werden, sondern weil sie im Bedarfsfall kurzfristig verfügbar sein müssen. Die Kleidung wird zwar gerade nicht getragen, bindet aber Kapital und Lagerfläche.
Neben den sichtbaren Beständen gibt es noch einen weiteren Kostenfaktor, der in vielen Kalkulationen fehlt: die Zeit der Mitarbeitenden.
Die bestellte Größe passt nicht. Ein neuer Mitarbeitender benötigt kurzfristig eine andere Hose. Oder eine Jacke kommt beschädigt an. Jeder einzelne Vorgang wirkt klein. Trotzdem muss sich jemand darum kümmern.
Arbeitszeit ist dabei ebenfalls ein Kostenfaktor. Als Orientierung nennt das Statistische Bundesamt für 2024 durchschnittliche Arbeitskosten von 43,40 Euro je geleisteter Arbeitsstunde (vgl. Destatis Pressemitteilung Nr. 154/2025).
Selbst wenn die Kleidung vorhanden und richtig zugeordnet ist, endet der Aufwand damit nicht immer. Ein Reißverschluss klemmt. Ein Knopf fehlt. Eine Naht geht auf.
In vielen Betrieben landen solche Fälle irgendwo zwischen Schreibtisch und Werkstatt. Dann wird entschieden, ob repariert oder ersetzt wird. Auch kleine Schäden verursachen Aufwand – entweder durch Arbeitszeit oder durch eine frühere Ersatzbeschaffung.
Wer Mitarbeitende ausstattet, kennt die Situation: Neue Kolleginnen und Kollegen benötigen passende Kleidung. Gleichzeitig verlassen Beschäftigte das Unternehmen. Nicht jede zurückgegebene Kleidung kann sofort weiterverwendet werden. Manche Teile bleiben im Lager, andere müssen aussortiert oder ersetzt werden.
Diese Kosten entstehen schrittweise und werden deshalb häufig nicht gesondert erfasst. Gerade in Betrieben mit regelmäßigem Personalwechsel summieren sich diese Vorgänge über die Jahre stärker, als viele Verantwortliche vermuten.
Irgendwann endet der Lebenszyklus von jedem Kleidungsstück. Verschlissene oder nicht mehr nutzbare Berufskleidung muss aussortiert werden. Je nach Material, Zustand und Unternehmensvorgaben entsteht zusätzlicher Aufwand für Sammlung, Lagerung und Entsorgung.
Auch diese Kosten finden sich selten in einer klassischen Beschaffungsrechnung.
Keine dieser Positionen wirkt für sich genommen besonders groß. Genau deshalb tauchen sie in vielen Kalkulationen erst gar nicht auf. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur:
Was kostet ein Kleidungsstück?
Sondern:
Welche Aufgaben, Zeiten und Folgekosten entstehen rund um dieses Kleidungsstück über Jahre hinweg?
Wenn Sie beim Lesen zwei oder drei Positionen entdeckt haben, die in Ihrer aktuellen Rechnung nicht auftauchen, sind Sie damit nicht allein. In vielen Handwerks- und Industriebetrieben werden diese Aufwände zwar regelmäßig bearbeitet, aber nicht als Teil der Kosten für Berufskleidung betrachtet. Genau deshalb entsteht häufig der Eindruck, die eigene Kalkulation sei vollständig, obwohl wichtige Positionen außerhalb der Excel-Tabelle liegen.
Die entscheidende Frage ist dabei weniger, was eine Hose oder Jacke kostet, sondern welche Aufgaben und Kosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg entstehen. Genau diese Lebenszyklus-Perspektive bildet die Grundlage vieler Wirtschaftlichkeitsvergleiche zwischen Eigenkauf, hybriden Modellen und Textil-Service-Konzepten.
Wie sich Anschaffung, Pflege, Verwaltung, Reparaturen und weitere Kostenpositionen in einer vollständigen Rechnung zusammenführen lassen und warum gerade diese Perspektive für den Vergleich verschiedener Versorgungsmodelle wichtig ist, zeigt der Hub-Artikel:
DTV Deutscher Textilreinigungs-Verband, Kostenindex Textilservice, Januar 2026; verfügbar unter: https://www.dtv-deutschland.org/Kostenindex.html
Destatis Pressemitteilung Nr. 154/2025, Statistisches Bundesamt: „Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2024 durchschnittlich 43,40 Euro“; verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_154_624.html