
Ob auf dem Bau, in der Werkhalle oder im Labor: Hände sind täglich im Dauereinsatz. Damit gehören sie zu den Körperteilen, die bei der Arbeit am häufigsten verletzt werden. Schnittwunden, Quetschungen, Verbrennungen oder der Kontakt mit Gefahrstoffen führen jedes Jahr zu hohen Ausfallzeiten und teils langfristigen gesundheitlichen Folgen. Viele Verletzungen lassen sich vermeiden – vorausgesetzt, der Handschutz ist optimal auf die Tätigkeit abgestimmt und wird sachgerecht getragen.
„Ein einzelner Handschuh kann meist nicht mehrere Risiken optimal abdecken“, stellt Boris Bachschijan von Mewa klar. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich der Produktmanager mit Sicherheitshandschuhen. Seine Empfehlung: Den Handschutz sorgfältig nach Gefährdungsart, Schutzklasse und Materialeigenschaften auswählen. Auch Passform und Tragekomfort sind wichtig, damit Sicherheitshandschuhe konsequent getragen werden, wie der Produktexperte betont. Falsche Größen, steife Materialien oder unbequeme Nähte können die Akzeptanz im Arbeitsalltag deutlich senken.
Die Grundanforderungen für den Schutz der Hände sind in der DIN EN 21420 festgelegt. Wie die gesamte PSA werden auch Sicherheitshandschuhe in drei Risikokategorien eingeteilt. Bei Produkten der Kategorien II und III müssen die Schutzeigenschaften mithilfe von Piktogrammen sowie den betreffenden Prüfnormen und Leistungsstufen angegeben sein. So ist auf einen Blick zu erkennen, vor welchen Risiken die Handschuhe schützen. Unabhängig von der Kategorie müssen Sicherheitshandschuhe das CE-Zeichen tragen. Es bestätigt, dass sie mit den geltenden EU-Anforderungen übereinstimmen. „Zusätzlich zur Kennzeichnung des Handschuhes sollten die allgemeinen Angaben in der Herstellerinformation beachtet werden, denn erst alles zusammen bildet die Grundlage für einen verlässlich geprüften Schutz“, erklärt Bachschijan
Ein günstiger Handschuh ist nicht zwangsläufig auch die wirtschaftlichste Lösung. Hohe Material- und Verarbeitungsqualität, gute Ergonomie und korrekte Anwendung sorgen dafür, dass Handschuhe länger im Einsatz bleiben. Damit reduzieren sich Beschaffungsaufwand und Arbeitsunterbrechungen. „Langlebige Produkte sind über die Nutzungsdauer hinweg wirtschaftlicher und außerdem ressourcensparender“, betont Bachschijan. Auch beim Handschutz werden recycelte Materialien und umweltfreundliche Produktionsverfahren verstärkt nachgefragt. Noch sind Sicherheitshandschuhe nicht im Rundum-Service verfügbar, da ein industrieller Waschprozess ohne Qualitätsverlust technisch herausfordernd ist, wie der Mewa-Experte erklärt. Bei der Auswahl von Produkten und Lieferanten für das Online-Sortiment an Arbeitsschutzartikeln orientiert sich Mewa an fest definierten Kriterien. Dazu gehören Langlebigkeit, Qualität sowie eine ressourcenschonende Produktion und Verpackung.
Mit neuen Materialien, Hightech-Garnen und innovativen Beschichtungen wird sich der Bereich Persönliche Schutzausrüstung weiterentwickeln. Der Trend geht zu multifunktionalen Lösungen, die mehrere Schutzanforderungen abdecken. Gleichzeitig steigen Ergonomie und Tragekomfort. „Durch die Integration von Sensoren oder digitale Schnittstellen zum Datenaustausch wird es in der Zukunft intelligente Handschuhlösungen geben, die Risiken erkennen und beispielsweise Informationen über den Zustand der Schutzfunktionen liefern“, erwartet Bachschijan.
Boris Bachschijan
Produktmanager, Mewa
Zusätzlich zur Kennzeichnung des Handschuhes sollten die allgemeinen Angaben in der Herstellerinformation beachtet werden, denn erst alles zusammen bildet die Grundlage für einen verlässlich geprüften Schutz.